Vorbei
Ich warte und warte auf Dein Fazit und dachte, nun muss ich wohl anfangen. Da bist Du mir während des Schreibens doch tatsächlich zuvor gekommen.
Die Hauptfrage: Macht es was? möchte ich mit einem klaren Ja beantworten.
In erster Linie habe ich mir ja mehr innere Ruhe erhofft und das hat sich auf eine gewisse Art und Weise eingestellt. Das Atmen bzw. tief durchatmen hat mir in vielen Situationen schon sehr geholfen. Auch Dinge mit etwas Abstand wie unbeteiligt zu beurteilen gelingt mir immer besser - vor 3 Monaten undenkbar.
Auch wenn ich keine 25 Kilo verloren habe, ist mein Körpergefühl viel besser. Ich fühle mich viel wohler in meinem Körper, ob wohl der sich eigentlich gar nicht weltbewegend verändert hat. Ein bißchen biegsamer vielleicht, aufrechter - aber es fühlt sich gut an.
Ich scheine wohl insgesamt etwas mehr mit mir im Reinen zu sein.
Ehrlich gesagt, wünschte ich mir täglich 2 Stunden mehr, um meine Teneriffa-Programm jeden Tag durchziehen zu können. Das war an der gesamten Zeit eigentlich die Beste. Aber leider habe ich diese 2 Stunden nicht extra, sonder jede Yoga-Minute muss anständig geplant sein.
Sind wir mal ehrlich: 15 Minuten täglich - das ist Augenwischerei. Selbst wenn wir uns auf 15 Minuten üben beschränken, muss man sich erst mal umziehen, den Yogaplatz schaffen ... danach wieder einräumen und sich wieder umziehen/bettfertig oder Bürofein machen. Also kommen wir schon alleine mit dem Drumherum auf ne halbe Stunde. Hinzu kommt: Mit Meditation und Shavasana muss man auch hier noch etwas Zeit zum üben draufpacken. Und bei den meisten DVDs wird darauf hingewiesen, dass man erst nach einer Erwärmung üben soll...also...pfff! Mir jedenfalls erscheint es jedenfalls halbherzig, in 15 Minuten so eine Yoga-STUNDE durchzuhecheln. Möchte ich also Yoga so machen, dass ich auch ein gutes Gefühl habe, dann plane ich mal besser mit allem drum und dran auch eine Stunde ein.
Und genau diese eine Stunde ist eigentlich mein Problem.
Morgens ist eigentlich eine gute Zeit für mich. Ich mag das - etwas tun, sich danach frisch für den Tag fühlen und sogar schon einen Haken hinter die "Pflicht" zu tun. Allerdings muss ich morgens nur schon 10 Minuten Verzug haben (nicht sofort aus dem Bett gefunden) sofort schiele ich unruhig auf die Uhr, weil ich Sorge habe, dass es nach hinten zu spät wird und ich nicht rechtzeitig im Büro bin, darum länger bleiben muss, noch später zu Hause bin....
Abends widerrum brauche ich erst eine kurze Zeit um etwas Abstand vom Büro zu bekommen. Dann könnte es losgehen, aber dann bleibt vielleicht was im Haushalt liegen...oder ich kriege Hunger und muss dringend essen. Abends ist es jedenfalls sehr sehr schwer für mich, nochmal so richtig durchzustarten. Und ich will dabei nicht ausschliessen, dass das kleine faule Ausreden sind, aber ist ja schlußendlich auch egal, was einen hindert. Es hindert einfach.
Was mache ich nun falsch? Wenn ich das hier so betrachte, fallen mir 2 Sachen auf:
1. Weil ich also 15 Minuten nicht als ausreichend betrachte, setze ich mich selbst unter Druck, mehr machen zu müssen, obwohl mir vielleicht wirklich die Zeit dafür fehlt.
2. Ich behumse mich selbst mit einem Sack voller Ausreden wegen einer Stunde Zeit nur für mich, und das obwohl ich weiß, wie gut mir diese Zeit tut.
Das klingt beim mehrmaligen Lesen ziemlich paranoid.
Fazit: da müssen wir dringend noch einmal nachbessern.
Darum gehts weiter: mit etwas mehr Gelassenheit in Punkto Zeitaufwand und dem Versuch, mir ohne schlechtes Gewissen Freiraum zu gönnen, für dass, was mir Freude bereitet.
Om namah shivaya
Und im übrigen: Vorbei ist es immer erst dann, wenn die dicke Frau gesungen hat. ;0)))
grotzel am 02. April 12
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